{"id":235,"date":"2015-06-09T20:44:31","date_gmt":"2015-06-09T18:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/syntrofos.de\/wb\/?p=235"},"modified":"2015-06-18T04:25:18","modified_gmt":"2015-06-18T02:25:18","slug":"06-06-2015-lake-louise-nach-rampart-creek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.syntrofos.de\/?p=235","title":{"rendered":"06.06.2015 Lake Louise nach Rampart Creek"},"content":{"rendered":"<p>Wenige Kilometer nach Lake Louise, auf dem Highway 93 nach Norden, wurden erstmals unsere Park-Ausweise kontrolliert. Zwei Angestellte der Nationalparksverwaltung standen da und wollten unseren Passierschein sehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kanadaneulinge. Um sich in einem Nationalpark aufhalten zu d\u00fcrfen, muss man pro Person und Tag nicht ganz 10 $ zahlen. Ausgenommen davon sind nur Durchreisende auf dem Highway 1, dem TCH, die den Nationalpark nur durchqueren. Sobald man aber eine Nacht da bleiben m\u00f6chte, oder vom Highway abf\u00e4hrt um z.b. einen Trail zu wandern, oder sich eben auf dem Highway 93 befindet, ist die Geb\u00fchr f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Es gibt u.a. auch einen Jahrespass, der einer Gruppe von, ich bin nicht ganz sicher, bis zu 7 Personen 12 Monate lang Zutritt zu allen Parks Kanadas gew\u00e4hrt. Der kostet soviel wie 14 Personentage. Da wir die 7 Tage \u00e1 2 Personen vermutlich voll kriegen, und ich, nachdem Gerald wieder abgereist ist, auch noch die eine oder andere Nacht im Nationalpark verbringen werde, haben wir uns den Jahrespass besorgt.<\/p>\n<p>Wer also im Laufe der n\u00e4chsten 12 Monate nach Kanada reisen m\u00f6chte, darf sich nach meiner R\u00fcckkehr vertrauensvoll an mich wenden.<\/p>\n<p>Das war das eine. Das andere in diesem Zusammenhang war, dass die beiden an ihrem Arbeitsplatz neben einer Flasche Wasser zum trinken, noch eine Dose mit B\u00e4renabwehrspray rumliegen hatten.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um ein besonders starkes Pfefferspray. Die spezielle B\u00e4renvariante l\u00e4sst sich bis zu 10 Meter weit verspr\u00fchen, aber ich glaube die Windrichtung sollte man dennoch beachten. <\/p>\n<p>Jedenfalls gilt diese Spray, neben Signalfackeln aus dem Seenotrettungszubeh\u00f6rhandel, als B\u00e4renabwehrmittel Nummer 1.<\/p>\n<p>Jetzt sollte man aber noch wissen, dass es im wesentlichen zwei Arten von B\u00e4ren gibt. Schwarzb\u00e4ren und Grizzlies.<\/p>\n<p>Ich habe irgendwo ein Stra\u00dfenschild gesehen, ich vermute im Internet, ab das Schild ist echt, auf dem sinngem\u00e4\u00df folgendes zu lesen war<\/p>\n<blockquote>\n<p>ACHTUNG<\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote><p>Sie befinden sich in einem B\u00e4rengebiet.<br \/>R\u00fcsten Sie sich mit B\u00e4renspray aus und tragen Sie Gl\u00f6ckchen, damit die B\u00e4ren sie wahrnehmen.<br \/>Lernen Sie die B\u00e4ren zu unterscheiden, an ihrem Aussehen und auch an ihrem Kot.<br \/>Der Kot von Schwarzb\u00e4ren enth\u00e4lt Kerne und ist oft r\u00f6tlich gef\u00e4rbt von den Beeren die er fri\u00dft.<br \/>Der Kot von Grizzlies enth\u00e4lt Gl\u00f6ckchen und riecht nach Pfeffer.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da hat wohl ein Scherzkeks keine Kosten und M\u00fchen gescheut.<\/p>\n<p>Jedenfalls sind wir jetzt in der Wildniss angekommen. Aus die n\u00e4chsten 250 km gibt es, bis auf einen Ort namens Saskatchewan Crossing, einer etwas gr\u00f6\u00dferen Tankstelle mit Supermarkt und Motel, nichts. Keinen Ort, keine Ranch, keine Alm oder H\u00fctte, nur ab und zu einen Campground mit Plumsklo und einem Hahn mit Trinkwasser. Davon haben aber die meisten um diese Jahreszeit noch geschlossen. Die f\u00fcr uns wichtigen Campgrounds auf dem Weg nach Jasper sind auch erst seit Anfang Juni ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Unser heutiges Ziel war der Campground Rampart Creek, etwa 90 km n\u00f6rdlich von Lake Louise.<\/p>\n<p>Die Natur und die Landschaft hier im Banff Nationalpark ist der Wahnsinn. Genau so wie man sich eben Kanada vorstellt. Ansonsten gibt es aber \u00fcber die Fahrt nichts besonderes zu berichten.<\/p>\n<div class=\"separator\" style=\"clear: both; text-align: none;\"><a href=\"https:\/\/blog.syntrofos.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpid-Photo-20150609124328408.jpg\" target=\"_blank\" style=\"\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blog.syntrofos.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpid-Photo-20150609124328408.jpg\" id=\"blogsy-1434594264787.9253\" class=\"alignnone\" width=\"500\" height=\"334\" alt=\"\"><\/a><\/div>\n<div class=\"separator\" style=\"clear: both; text-align: none;\"><a href=\"https:\/\/blog.syntrofos.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpid-Photo-20150609124328525.jpg\" target=\"_blank\" style=\"\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blog.syntrofos.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpid-Photo-20150609124328525.jpg\" id=\"blogsy-1434594264726.1316\" class=\"alignnone\" width=\"1000\" height=\"224\" alt=\"\"><\/a><\/div>\n<p>Bis ca. 5 km vor dem Campground. In ca. 700 m Entfernung ist irgendetwas braun-schwarzes auf unserer Fahrbahnseite, was da nicht hingeh\u00f6rt. Und es bewegt sich auf uns zu. Ein B\u00e4r. Der erste B\u00e4r meines Lebens, der nicht entweder im Zoo oder auf Bildern ist.<\/p>\n<p>Wir verlangsamen unsere Fahrt erstmal bis fast zum Stillstand. Wo sind denn jetzt die verdammten Autos.  Wenn man sie mal braucht kommt minutenlang keines. Endlich kommen uns zwei entgegen. Und wie erwartet trollt sich der B\u00e4r und schl\u00e4gt sich in die B\u00fcsche.<\/p>\n<p>Eines der Fahrzeuge verlangsamt die Fahrt und der Fahrer will uns auf den B\u00e4ren aufmerksam machen. Danke, haben wir schon bemerkt.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter und wechseln die Stra\u00dfenseite. Erst als wir an der Stelle wo wir den B\u00e4ren gesehen haben vorbei sind, fahren wir wieder rechts.<\/p>\n<p>Der Campground ist eigentlich sehr sch\u00f6n. Ein St\u00fcck Wald, auf der einen Seite flie\u00dft der Saskatchewan River vorbei. Leider gibt es aber auch einen Sumpf am Waldrand. M\u00fcckenalarm! Ohne Ende. Schnell waschen, lange Hose und dicken Pulli anziehen. Das Abendessen war auch kein Spa\u00df.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich laufen 5-6 andere Camper in Richtung Flu\u00df. B\u00e4renalarm! Eine B\u00e4renmutter mit ihrem Jungen ist auf dem Campground. Keine 40 Meter von unserem Zelt entfernt suchen die beiden seelenruhig zwischen den B\u00fcschen nach etwas essbarem.<\/p>\n<p>Ok. Drei B\u00e4ren an einem Tag. Das verspricht eine interessante Woche zu werden.<\/p>\n<p>Auf den Campgrounds herrschen strenge Regeln, was das Lagern von Lebensmitteln angeht. B\u00e4ren riechen extrem gut, und es ist daher untersagt, Lebensmittel, oder etwas, dass einem B\u00e4ren als Nahrung erscheinen k\u00f6nnte, wie z.b. Zahnpasta, im Zelt zu lagern.<\/p>\n<p>98% aller Camper sind mit ihren Autos oder Campingmobilen unterwegs. Die haben kein Problem. F\u00fcr solche wie uns gibt es Food Locker, verschlie\u00dfbare Metallboxen, die der B\u00e4r nicht aufbekommt.<\/p>\n<p>Im Normalfall sind Menschen f\u00fcr B\u00e4ren uninteressant. Der B\u00e4r versucht den Kontakt zu vermeiden und verzieht sich, wenn er Menschen h\u00f6rt. Es gibt eigentlich nur drei Situationen die gef\u00e4hrlich sind.<\/p>\n<p>Wenn der B\u00e4r \u00fcberrascht wird. Das ist der Klassiker beim Wandern, oder noch besser, beim Biken auf un\u00fcbersichtlichen Waldwegen. Pl\u00f6tzlich biegt man um die Ecke und ein B\u00e4r steht da. Keiner hat den anderen bemerkt. Der B\u00e4r f\u00fchlt sich angegriffen und reagiert aggressiv. Wenn man dann sein B\u00e4renspray nicht in der Hand hat.<\/p>\n<p>Wenn der B\u00e4r Junge hat. Wenn man zwischen eine B\u00e4renmutter und ihr Junges ger\u00e4t hat man ein Problem. Also immer sch\u00f6n von den kleinen putzigen B\u00e4rchen wegbleiben.<\/p>\n<p>Wenn der B\u00e4r fressen will. Wenn der B\u00e4r Fressen riecht, geht er da hin. Keine gute Idee ihn davon abzuhalten. Wenn er das Fressen im eigenen Zelt riecht, hat man hoffentlich noch einen zweiten Zeltausgang auf der Seite wo kein B\u00e4r ist. Also doch besser alles an einem sicheren Ort verwahren. Das eigentliche Problem ist aber, sobald ein B\u00e4r einmal in einem Zelt etwas zu fressen gefunden hat, wird er dort immer wieder danach suchen. Das bedeutet meistens, dass der B\u00e4r get\u00f6tet werden muss, weil er eine Gefahr f\u00fcr die Camper darstellt. Deshalb ist es verboten, Essen im Zelt zu lagern, oder auch nur unbewacht auf dem Tisch stehen zu lassen.<\/p>\n<p>Ok. Also alle Taschen nochmal nach fressbarem absuchen. Verdammt, wo hat sich denn nochmal das letzte Snickers versteckt. Alles wegsperren.<\/p>\n<p>Gute Nacht.<\/p>\n<p>[map gpx=&#8220;wp-content\/uploads\/2015-06-06.gpx&#8220; style=&#8220;width:600px; height:400px&#8220; maptype=&#8220;OSM&#8220;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenige Kilometer nach Lake Louise, auf dem Highway 93 nach Norden, wurden erstmals unsere Park-Ausweise kontrolliert. Zwei Angestellte der Nationalparksverwaltung standen da und wollten unseren Passierschein sehen. F\u00fcr Kanadaneulinge. Um sich in einem Nationalpark aufhalten zu d\u00fcrfen, muss man pro Person und Tag nicht ganz 10 $ zahlen. 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