Am nächsten Tag, 08.05.2015, war es dann endlich so weit. Um 12:50 ging der Flug mit British Airways nach London, und von dort weiter nach Vancouver.
Mit einigen Mühen und nach reiflicher Überlegung, wie das Ganze zu organisieren ist, haben wir es dann doch geschafft, das Fahrrad und das restliche Gepäck zum Flughafen nach München zu schaffen.
Als wir dann den Karton auf den Check-In Schalter zubewegt haben, sah der Karton schon ganz schön groß aus. Nach einigen Diskussionen mit den Angestellten, die aber alle sehr nett und kooperativ waren, über die Größe des Kartons, und ob die Website der British Airways, in Bezug auf die Mitnahme von Fahrrädern, exakt genug ist, sind wir dann überein gekommen, dass wir den Karton einfach mal in die Frachtabteilung geben. Sollen doch die entscheiden, ob sie das Ding in den Airbus 320 bringen oder nicht. Jedenfalls meinte die Dame am Schalter, dass der Karton mit einer Höhe von 115 cm zu groß wäre, so dass er nicht durch die Luke passt. Sollte das Fahrrad nicht mit in das Flugzeug kommen, dann sollte auch mein restliches Gepäck und ich nicht mit fliegen. Die Entscheidung würde allerdings erst ca. 20 Minuten vor Gate Close stattfinden, sobald das Flugzeug gelandet war und die Frachtabteilung versucht hat das Ding zu laden.
Kurz vor Gate Close habe ich dann doch mal nachgefragt, ob das Bike jetzt an Board ist oder ob ich hierbleiben muss. Zu meiner Überraschung, ich hatte mir schon überlegt, welchen Staranwalt ich auf die British Airways hetzen könnte, wurde mir dann mitgeteilt, dass alles OK, und das Bike schon an Board ist.
15 Minuten später wurde die Brücke zurückgezogen und das Flugzeug machte sich startklar. Mit mir an Board. Das kam plötzlich!
Wir hatten den ganzen Flug über Ungefähr 18 Uhr und damit einen wunderbaren Blick auf die Welt unter uns.
Nach einem an sich ereignislosen Flug, kam ich dann ca. 18:30 Uhr Ortszeit in Vancouver an. In der Sperrgepäckausgabe des Flughafens habe ich dann auch die Box mit meinem Fahrrad gefunden. Lieblos in einer Ecke liegend. Soviel zum Thema „This side up“.
Die Flughafenangestellten waren allerdings sehr hilfsbereit und haben mir z.B. dabei geholfen, den riesen Karton durch die Türen zu heben, da keine davon groß genug war den Karton quer, so wie er eben gerade so auf den Gepäckwagen gepasst hat, hindurch zu fahren.
Vor dem Flughafen stand ein hilfsbereiter Einweiser, der die Fluggäste auf die Taxis verteilte. Auf meine Frage, ob es ein Taxi gäbe, das mich und mein Gepäck in die Stadt fahren könnte, versprach er mir eines zu organisieren. Und in der Tat kam 10 Minuten später ein, fast, ausreichend großes Taxi. Das war eigentlich für den Transport von Rollstuhlfahrern ausgebaut, aber mit einem kleinen, beherzten Stoß ging dann auch die Klappe zu und das Gepäck war im Auto.
35 CAN $ später war ich dann in der Lobby meines Hotels, dass ich bereits von Deutschland aus gebucht hatte.
Bleibt nur noch zu erwähnen, dass ich zwei Bier später, nach ca. zwei kompletten Tagen mit sehr wenig, oder besser gesagt sehr unruhigem Schlaf, in meinem King Size Bett friedlich eingeschlummert bin.


